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Die angeblichen Ursachen der Krise des westlichen
Kapitalismus!
Es war ein ziemlich reiches Land, aber es hatte diesen
Wohlstand seit Jahrzehnten durch die Ausbeutung von unterentwickelten
Ländern, die Kontrolle des Weltmarktes und eine militärische Übermacht
gesichert.
Das reiche Industrieland stellte vor allem technische
Güter her und exportierte einen Großteil davon in ärmere Länder. Jene
bezahlten meist mit Rohstoffen oder landwirtschaftlichen Gütern. Eigentlich
hätten hier beide Seiten voneinander abhängig sein müssen. Aber das reiche
Land unterstützte finanziell (Subventionen) seine Landwirtschaft, wobei ein
Lebensmittelüberschuss entstand, wodurch der Preis für landwirtschaftliche
Produkte auf dem internationalen Markt sank, technische Produkte im
Verhältnis dazu teuer blieben, und so ein Teil des entstandenen Profits
wieder in die Landwirtschaft des reichen Landes gepumpt werden konnte. Danach
wurde dem Entwicklungsland ein Darlehen unter der Bedingung aufgezwungen, zum
Beispiel Kaffee oder Kakao anzubauen, da die Aussicht auf Profit bei diesen
Produkten wesentlich höher schien. Weil aber auch dieser Markt von jenem
Industrieland kontrolliert wurde, musste das arme Land seinen Kaffee oder
Kakao ohne größeren Profit verkaufen und geriet dabei in eine
Schuldenspirale. Als dann solche Länder, wie zum Beispiel Zimbabwe,
versuchten daraus auszubrechen, indem sie die nachteiligen Verträge einfach
aufkündigten, wurde ihnen ein Embargo auferlegt.
Auch die ölfördernden Länder blieben nicht verschont, da
sie zwar den Schutz und die Unterstützung des reichen Landes genossen, aber
das bedeutete sogleich, dass sie ihr Öl in der Währung des reichen Landes
anbieten mussten. Der Ölverbrauch stieg kontinuierlich, wodurch immer größere
Geldmengen dieser bestimmten Währung auf dem internationalen Markt benötigt
wurden. Das reiche Land hatte jetzt nichts anderes zu tun, als Geld zu
drucken und auf den Markt zu werfen; ein kostenloses Einkommen für den, der
das Geld druckt. Als dann der gegen den Iran unterstützte Diktator des Iraks
Saddam Hussein ankündigte, sein Öl nicht in Dollar sondern in anderen
Währungen verkaufen zu wollen, wurde er gestürzt.
Auf der Erde gibt es 3 Wasserstraßen, auf denen der
größte Teil des Welthandels abgewickelt wird: Panama-Kanal, Suez-Kanal und
die Meerenge bei Singapur. Wer sie in der Hand hat, kontrolliert den
Welthandel.
1989 wurde das Gebiet um den Panama-Kanal von
ausländischen Truppen besetzt weil der Vertrag über die Nutzung des Kanals abgelaufen
war und der Regierungschef des Landes, Noriega, seine eigene Politik
verfolgen wollte. Er wurde daraufhin interniert und wegen angeblichen
Drogenhandels verurteilt.
Wer die Küste vor Somalia kontrolliert, hat auch den
Eingang zum Suez-Kanal in der Hand. Jetzt wird über Piraten gesprochen, die
die Handelsstraße unsicher machen sollen. Über Satellit kann man fast die
Autonummer eines Autos ablesen, deshalb dürfte es überhaupt kein Problem
sein, Piraterie zu verhindern. Aber als Ausrede, um eine Kriegsflotte dort zu
stationieren, klingt das nicht schlecht.
In Singapur wird eine Diktatur unterstützt, in Vietnam
wurde ein grausamer Krieg gefochten und in Kambodscha die Rote Khmer
unterstützt, um die Wasserstraße zu „sichern“.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden Pufferzonen um den
kommunistischen Block aufgebaut, um ihn zu umzingeln. Von Finnland,
Deutschland über Griechenland, Türkei, Irak, Iran, Pakistan und Indien
(Letztere verfügen über die Atomwaffe, weil man sie ihnen gegen China gab.),
Singapur, Taiwan bis Japan und Südkorea.
Der Marschallplan und Handelsverträge mit speziellen
Vorzügen sollten diese Länder wirtschaftlich stärken. Würde zum Beispiel
Deutschland mit seinem viel gerühmten Wirtschaftswunder in Nordafrika liegen,
wäre es heute so arm wie Marokko.
Die Kriege in Korea und Vietnam dienten dem gleichen
Ziel. Man könnte sich die Frage stellen, wer hier wessen Ausbreitung
verhindert hat: Die „freie“ Welt, die des Kommunismus? Oder umgekehrt?
Nach all dem, was hier bisher niedergeschrieben wurde,
muss der Autor, selbst als gebürtiger Staatsbürger eines Industrielandes, die
Überlegung anstellen, ob es wirklich der Verdienst seines Volkes ist, dass
es, zum Beispiel Westeuropa, so gut lebt, oder ob sein Wohlstand nicht auch
einfach ein Ergebnis der bestehenden Machtverhältnisse in der Welt ist. Und
wie lange ist es noch möglich, die Ungleichheiten auf der Welt
aufrechtzuerhalten.
Der aufmerksame Leser hat bestimmt schon gemerkt, über
welches Land hier geschrieben wird. Es ist natürlich klar, dass eine von
Amerika regierte relativ demokratische Welt besser ist, als eine von einer
christlichen, moslemischen, kommunistischen oder schlimmer nazistischen,
faschistischen (Hitler, Mussolini, Franco, Horthy) Großmacht.
Nach dem 2. Weltkrieg kontrollierte die U.S.A den
Weltmarkt und sicherte sich und ihren Verbündeten wirtschaftliche Vorteile.
Heute ist das anders und wir müssen feststellen, dass die Konkurrenz immer
stärker wird. Die Industrieländer reagierten darauf mit Protektionismus und
Förderung von Privatdarlehen oder Verbraucherkrediten, um den Konsum ständig
steigern zu können. Aber dies führt zwangsläufig immer wieder zu
Kapitalluftblasen und Krisen. Dabei entsteht ungerecht Kritik am Kapitalismus
und der Wohlstandsgesellschaft.
Es gibt immer noch ein Potential von 6 Milliarden unbefriedigten
Käufern in den Entwicklungsländern. Die Industrieländer müssten sich nur mit
dem Gedanken anfreunden, nicht mehr die Alleinherrscher auf der Erde zu sein,
was früher oder später sowieso eintreten wird.
Und dann ist hier noch der Weltraum, vor dessen Eroberung
wir stehen. Aber dazu müsste die Menschheit in ihrer Gesamtheit lernen,
zusammenzuarbeiten. Denn dieser ist unendlich und so wären es dann auch die
Möglichkeiten für zum Beispiel wirtschaftliches Wachstum.
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Die angeblichen Ursachen der Krise des westlichen Kapitalismus!
Sonntag, 6. September 2015
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